Posaunenchor-Profi als Gründungschorleiter

Im Sommer 2014 haben die sechs Bläser der evangelischen Kirchengemeinde den Ausbildungskurs verlassen. Nun wird unter einer festen Chorleitung die Gründung eines Posaunenchores anvisiert. Die Nordbayerischen Nachrichten sprachen mit Leiter Reinhard Potzner.


NN: Seit wann proben Sie mit den Auerbacher Bläsern?
Reinhard Potzner: Wir haben erstmals am 29. Januar zusammen gespielt, seitdem treffen wir jeden Donnerstag um 17 Uhr im Gemeindehaus zur Probe.

NN: Wie ist der Kontakt entstanden?
Potzner: Bei der Bezirksprobe und der Bezirksschulung Mitte Januar in Pegnitz sprach Pfarrer Moritz von Niedner bei einem Gespräch der Chorleiter und Obmänner im Dekanat davon, dass die Auerbacher Bläser dringend eine Leitung suchen.

NN: Was reizt Sie an der Aufgabe in Auerbach?
Potzner: Ich wollte einfach helfen. Ich habe gemerkt, dass ein guter Anfang gemacht ist. Der Chor hat schon ein halbes Jahr quasi ohne Leitung geübt. Nun muss es vorwärts gehen. Ich freue mich, wenn sich hier etwas entwickelt, wenn etwas Langfristiges daraus wird. Es ist nicht so, dass ich eine neue Herausforderung brauche. Mir liegt einfach die Zukunft des Posaunenchores am Herzen. Vor der Zusage habe ich natürlich mit meiner Frau gesprochen, die einverstanden war. Für den Posaunenchor Auerbach schwebt mir natürlich vor, dass irgendwann die Ausbildung weiterer Jungbläser von erfahrenen Musikern übernommen wird. Wer an der Trompete, Posaune oder Flügelhorn anfangen möchte, kann sich gerne melden.

NN: Wie lange waren Sie Leiter des Posaunenchores Betzenstein?
Potzner: Ich spiele seit 38 Jahren Flügelhorn und Trompete, habe mit 17 Jahren begonnen, die Jungbläser auszubilden und war zuletzt 25 Jahre lang Chorleiter. Eigentlich wollte ich in Betzenstein schon vor zehn Jahren aufhören, weil ich der Meinung war, dass der Chor in jüngere Hände abgegeben werden sollte. Allerdings fand sich damals kein Bewerber. Jetzt hat Christian Steger meine Nachfolge angetreten und ich bin nur noch „ganz normaler Bläser“. Seit vier Jahren bin ich auch im Landesposaunenrat.

NN: Wie ist es für Sie, wenn Sie plötzlich nur noch sechs Bläser im Chor haben?
Potzner: Das erinnert ein wenig an die Kleingruppen, die wir in Betzenstein während der Ausbildung hatten. Der Posaunenchor zuhause hat fast 40 Bläser, das ist natürlich schon ein wenig anders.

NN: Können zusätzliche Bläser, die vielleicht früher gespielt haben oder parallel in anderen Ensembles aktiv sind, integriert werden?
Potzner: Selbstverständlich, gerne nehmen wir weitere Bläser auf. Egal, ob jemand vorher in einem Posaunenchor oder einer Musikkapelle gespielt hat. Man muss sich nur bewusst sein, dass alle ehrenamtlich spielen und dass unser Hintergrund vor allem das musikalische Gotteslob ist. Gesellige Auftritte gibt es eher selten, außer zum Geburtstag eines Mitglieds.

NN: Der Posaunenchor Auerbach muss erst noch gegründet werden. Gibt es dafür einen Zeitplan?
Potzner: Eigentlich gibt es den Posaunenchor schon seit der ersten gemeinsamen Probe. Auch Auftritte gab es bereits, etwa bei der Konfirmation im Vorjahr. Wann die offizielle Gründung stattfindet, kann ich noch nicht sagen. Im ersten Halbjahr ist viel los in Auerbach, habe ich gehört. Nach der Konfirmation stehen die Einweihung des Gemeindehauses, die Jubelkonfirmation mit Gemeindefest und eine ökumenische Wallfahrt an. Wir treffen uns Ende April außerhalb der Probe, um über die Gründung und andere Themen zu reden.

NN: Welches Repertoire streben Sie mit den Auerbacher Bläsern an? Geht es vor allem um Choräle und Gottesdienstbegleitung oder gibt es auch andere Arten von kirchlicher Musik für Bläser?
Potzner: Das Grundthema sind natürlich die Choräle. Ich spiele aber gerne das, was die Mitglieder sich wünschen. Für Posaunenchöre gibt es Literatur ohne Ende. Vom Marsch bis zum Volkslied, vom Swing bis zur Filmmusik ist alles vertreten.

NN: Wann sind die nächsten Auftritte des Auerbacher Posaunenchores?
Potzner: Unsere letzten Einsätze waren am Ostermontag und an der Konfirmation. Als nächstes spielen wir bei der Einweihung des Gemeindehauses an Himmelfahrt und zum Gemeindefest mit Jubelkonfirmation am 17. Mai.

Interview: BRIGITTE GRÜNER

Nachtrag: Der Gottesdienst zur offiziellen Gründung wurde inzwischen für den 12. Juli vereinbart.